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Allgemein
Mit der Digitalisierung werden Aufgaben, die vorher von Menschen vorgenommen wurden, vermehrt von Maschinen erledigt. Schon in den letzten Jahrhunderten haben sich Jobs verändert oder sind ausgestorben. Die wenigsten von uns dürften noch einen Perrückenmacher, Laternenträger oder Fasszieher im Bekanntenkreis haben. Durch die Digitalisierung setzt sich diese Entwicklung fort:
  • mit der E-Mail benötigt es weniger Briefträger
  • mit Wikipedia braucht es weniger Autoren für gedruckte Enzyklopädien
  • mit Onlineportalen ist die Anzahl von Reisebüros gesunken

Aufgaben von Programmieren werden wegdigitalisiert

Selbst Programmierer sind von dieser Entwicklung nicht ausgenommen. Neue Applikationen erledigen Aufgaben, die bisher von Programmierern übernommen wurden. Drei aktuelle Beispiele:
  • Mit wandelbots Roboter programmieren
    In der Produktion gibt es bereits jetzt tausende Roboter für vielfältige Aufgaben wie Autos montieren, Metallflächen schneiden oder Teile sortieren. Diese Roboter müssen mitunter für mehrere zehntausende Euro von Spezialisten manuell programmiert werden. Ändert sich der Produktionsablauf geringfügig, braucht es Programmierer, die die Roboter erneut anpassen. Ein teures und langsames Spiel.
    Das Dresdner startup wandelbots macht damit Schluss. wandelbots hat eine Software entwickelt, mit der Nicht-Programmierer mittels ihrer Kleidung oder eines Smartphones die Roboter programmieren. Dafür macht der Mensch die Bewegung vor, die wandelbot-Software wertet die Bewegungsdaten aus und wandelt sie in Befehle um, die den Roboter neu programmieren. Das ist schneller und günstiger, als extra einen Menschen die Roboter programmieren zu lassen.
     

     
  • Mit BPMN und Camunda Abläufe innerhalb einer Applikation verändern
    Wenn sich Prozesse in einem Unternehmen ändern, müsste oftmals auch die zugehörige Software angepasst werden. Doch bei knappen IT-Ressourcen ist das nicht immer möglich. So entstehen Schattenprozesse, bei denen zu oft Excel-Listen von einem System ins andere geschubst werden. Oder es dauert Monate, bis Programmierer freie Ressourcen für eine Anpassung haben.
    Mithilfe von Software wie Camunda ist das nicht mehr nötig. Camunda überführt formalisierte Prozessabläufe in ausführbaren Code – ohne Programmierer. Wie funktioniert das? Hierfür müssen die Programmabläufe vorher im BPMN-Format formalisiert sein – die sogenannte Business Process Modelling Notation (BPMN) ist ein Standard, mit dem Prozessabläufe beschrieben werden können. Dafür bedarf es keiner Programmierkenntnisse. Die in BPMN festgehaltenen Schritte werden automatisch von Camunda in Software konvertiert. Diese kann getestet und bei erfolgreichem Tests produktiv verwendet werden. 
     

     
  • Mit Zapier mehrere Applikationen miteinander verknüpfen
    In den meisten Unternehmen kommen mehrere Systeme zum Einsatz. Oftmals sollen diese miteinander kommunizieren und Daten austauschen. Dafür gibt es Schnittstellen. Nur mit der Schnittstelle alleine ist es noch nicht getan. Damit die Applikationen tatsächlich über Schnittstellen miteinander verbunden sind, mussten früher Programmierer ans Werk gehen. Mit APIs und Programmen wie Zapier ist das nicht mehr nötig.
    Zapier verbindet verschiedene Applikationen über ihre jeweiligen Schnittstellen. Hierfür muss die zu verbindende Applikation ihre Funktionen für Zapier frei schalten. Anwender ohne Programmierkenntnisse können nun auslösende Ereignisse von einem System definieren – z.B. ein neuer Mitarbeiter wird in den Stammdaten angelegt – und Folgeschritte in anderen Systemen festlegen. Diese kleinen Bots werden immer aktiv, sobald das auslösende Ereignis sie anstößt. Programmierer, die früher die Systeme durch manuelle Programmierung verbunden haben und bei jeder Prozessänderung selbige anpassen mussten, sind somit nicht mehr nötig.
     

Diese Liste lässt sich noch weit fortsetzen: mit Chatfuel können Laien Chatbots erstellen; mit IFTTT kann das Smart Home gesteuert werden; mit Mesosphere können ITler große Cloud-Systeme einfacher automatisch steuern, auch Microsoft setzt mit Flow auf Prozessautomatisierung – alles Anwendungen, die vorher nur mit Programmierung oder durch Experten realisiert werden konnten.

Werden Programmierer ihre Jobs verlieren?

Aufgaben, die früher Programmierer übernommen haben, werden zunehmend durch Nicht-Programmierer in Verbindung mit neuartiger Software übernommen. Aber was geschieht mit diesen Programmierern? Sie haben drei Optionen:
  1. Sie geben ihren Job auf
  2. Sie können die gleiche Aufgabe in Organisationen übernehmen, die noch nicht automatisiert haben
  3. Sie übernehmen neue Aufgaben
Auch wenn in der Realität alle drei Optionen vorkommen mögen, scheint Option 1 doch die unwahrscheinlichste. Eher ist davon auszugehen, dass Option 2 und Option 3 verfolgt werden. Doch auch Option 2 ist nur temporär. Denn die Automatisierung schreitet voran und früher oder später werden auch Late Adopter ihre Prozesse automatisieren müssen um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Nachfrage nach IT-Personal ist hoch und auf absehbare Zeit muss man sich wenig Sorgen um die Jobchancen selbst von veränderungsphoben Programmierern machen.

Was bedeutet das für Nicht-Programmierer?

Für Nicht-Programmierer ergeben sich neue Aufgaben und neue Kompetenzanforderungen. Mithilfe von Applikationen können Systeme nicht mehr nur konfiguriert, sondern zunehmen auch von Laien programmiert werden.
Für Mitarbeiter bedeutet das:
  • Die Möglichkeiten steigen, die eigene Arbeit zu automatisieren
  • Es entstehen neue Aufgabenfelder, die übernommen werden können
  • Wer Computational Thinking beherrscht, dem fällt es leichter, diese Möglichkeiten auch zu nutzen

Auch Organisationen profitieren wirtschaftlich von dieser Entwicklung:
  • Änderungen an Systemen können schneller umgesetzt werden
  • Änderungen an Systemen werden günstiger
  • Knappe Programmier-Ressourcen sind für neue Tätigkeiten frei

Menschen und Organisationen können diese Change für sich nutzen. Es bedeutet Veränderung und oftmals auch Weiterbildung. Wie das für Sie konkret aussieht? Seien Sie am 17. Mai beim Hello Code Camp dabei. Das Ziel ist die Vernetzung, der Austausch und das Lernen rund um die Frage: Wie kann die Organisation Digitalisierung gestalten und die Mitarbeiter beim Erwerb der nötigen Kompetenzen unterstützen?

Details: www.hello-code.camp
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